2.4 Vorbereitungen zur Installation von Drupal
Um Drupal installieren zu können, benötigen Sie zunächst den Quellcode. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Buches ist die aktuelle Version Drupal 6.2. Die Entwicklerversion für Drupal 7 befindet sich noch in einem nicht definierten Status. Sie hat noch keinen Beta- oder gar Alpha-Status. Ich vermute, dass sie Anfang nächsten Jahres (2009) veröffentlicht werden wird.
Ich werde die Version Drupal 6.2 in diesem Buch beschreiben.
2.4.1 Die zu installierende Drupal-Version downloaden
Auf drupalcenter.de gibt es eine bereits mit deutschen Sprachdateien versehene Version16 (Stand Juli 2008). Da die deutschen Sprachdateien aber noch nicht vollständig sind und Entwicklungsstatus haben, schlage ich vor, ein original Drupal 6.2 in englischer Sprache zu installieren und dort dann die gewünschten Sprachdateien zu konfigurieren.
Diese Version werden wir nun installieren.
Laden Sie das Paket drupal-6.2.tar.gz und speichern Sie es auf Ihrem System17.
2.4.2 Installationsverzeichnis: htdocs oder Unterordner?
Sie müssen sich überlegen, ob Ihr Drupal direkt in das Dokumentenverzeichnis installiert werden soll oder in ein Unterverzeichnis. Das ist wichtig, weil Sie vermutlich eine möglichst kurze URL zu Ihrer Homepage möchten.
Wenn Sie Drupal direkt in /htdocs auspacken, startet Ihre Webseite, wenn Sie http://localhost/ bzw. Ihren Domainnamen wie http://www.meinehomepage.de/ aufrufen, den Sie bei Ihrem Provider reserviert haben.
Erstellen Sie unter /htdocs/ noch ein weiteres Verzeichnis, beispielsweise /htdocs/meindrupal/, und entpacken Sie das Paket dort, müssen Sie im Browser http://localhost/meindrupal/ eingeben.
Lokal ist das kein Problem, ja sogar gut, weil Sie dann mehrere Drupal-Installationen sehr einfach auseinanderhalten können. Auf einer produktiven Seite im Internet sieht das allerdings nicht so gut aus.
In Ihrer lokalen XAMPP Lite-Umgebung unter Windows liegen schon einige HTML-Dateien und Unterverzeichnisse in /htdocs, die beispielsweise die Begrüßungsseite von XAMPP-Lite anzeigen (Abbildung 7). In Ihrer lokalen Linux- und Mac-Umgebung wird Ihnen ebenfalls eine Startseite, abhängig von der Distribution und den Webserver-Einstellungen, angezeigt.
2.4.3 Installationsverzeichnis erstellen
Ich schlage vor, Sie erstellen sich ein Unterverzeichnis mit dem Namen drupal62 unterhalb Ihres Dokumentenverzeichnisses. In Windows benutzen Sie dazu den Windows-Explorer, in Linux entweder die Dateimanager Ihrer Distribution. In OSX bietet sich der Finder an.
[Document root]/htdocs/drupal62/
Im Windows-Explorer sollte Ihr Verzeichnisbaum nun wie in Abbildung 3 aussehen.
Wenn Sie in Ihrem Browser http://localhost/drupal62/ eingeben, erscheint in der XAMPP Lite-Variante eine Seite mit einem leeren Inhaltsverzeichnis (Abbildung 4).

Abbildung 2.4: Apache-Verzeichnisanzeige
TIPP
Unter Linux oder bei einer anderen Webserver-Konfiguration kann es sein, dass eine Seite mit einer Nachricht angezeigt wird, die eine Meldung enthält, dass Sie keinen Zugriff auf dieses Verzeichnis haben. Das hängt mit der Konfiguration des Webservers zusammen. Aus Sicherheitsgründen ist die automatische Verzeichnisanzeige oft deaktiviert. Ein potenzieller Angreifer könnte aus diesen Informationen viele interessante Schlüsse über die Verzeichnisstruktur und die Dateien auf Ihrer Homepage ziehen und Sie dann gezielt angreifen.
2.4.4 Drupal-Quellcode entpacken
Jetzt können Sie endlich das Dateipaket drupal-6.2.tar.gz in das vorbereitete Verzeichnis auspacken. Das Dateipaket ist ein so genannter komprimierter Tarball.
Exkurs
Für Windows-User ist ein Tarball ein wenig befremdlich, weil man ihn, je nach Tool, zweimal auspacken muss. Die Idee dahinter ist allerdings clever, weil zunächst die Dateien unkomprimiert zu einem Paket gebündelt werden und dieses Paket dann mit der Komprimierungsmethode der Wahl gepackt wird. Manche Entpacker können einen komprimierten Tarball auch in einem Rutsch auspacken.
Unter Windows Vista Home Premium können Sie ein solches Paket nicht mit Bordmitteln auspacken. Sie benötigen ein separates Packprogamm wie beispielsweise das freie und durchweg empfehlenswerte Packprogramm 7-Zip18.
Unter Linux benutzen Sie in einer Shell den Befehl:
$ tar -zxvf drupal-6.2.tar.gz
Unter OS X wird das Format automatisch vom Finder entpackt.
Nach dem Entpacken kopieren Sie alle Dateien und Unterordner aus dem Archiv in das neu erstellte Installationsverzeichnis. Danach sollten die folgenden Verzeichnisse und Dateien (Abbildung 5) auf Ihrer Festplatte sein:

Abbildung 2.5: Drupal-Quellcodedateien
Diese Struktur ist unter allen Betriebssystemen gleich. Unterschiede bestehen nur in der Darstellung. Die tar.gz-Datei und das entpackte Archiv können Sie nach dem Kopieren natürlich wieder löschen. Sie benötigen nur die in der Abbildung dargestellte Ordnerstruktur.
17 Downloadmöglichkeit siehe Anhang. Machen Sie sich noch keine Gedanken über die seltsame Endung tar.gz. Das Geheimnis wird gleich gelüftet.
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zu 2.4.2 : localhost-Verzeichnis bei Linux-Systemen
Hallo!
Zuerst einmal vielen Dank für den tollen Guide.
Ich hatte ein wenig gegrübelt in welches Verzeichnis man auf lokalen Linux-Systemen Drupal legen muss, damit man über http://localhost/drupal62/ dahin kommt.
Voreingestellt ist /www/var, also muss das Verzeichnis /www/var/drupal62 heißen.
Hoffe das hilft..
Gruß
Joeman
Pfad
nimm /var/www
Gruß, Rainer