2.7 Installation beim Provider

Dieses Thema ist sehr komplex, da es mittlerweile eine unüberschaubare Anzahl von Anbietern und eine noch unüberschaubarere Kombination von installierten Apache-, PHP- und MySQL-Versionen und Webspace-Verwaltungstools gibt.

Knackpunkte bei der Installation sind immer

  • ein eventuell eingeschalteter Safe Mode bei PHP

  • das Verbot, temporäre Dateien in MySQL zu erstellen

  • bei Apache die untersagte Umformung von URLs wegen der Nicht-Aktivierung der so genannten Apache Rewrite Engine (mod_rewrite) und die Verzeichnisrechte unter Linux, die anders gesetzt werden als unter Windows.

Grundsätzlich ist der einfachste Weg, der eigentlich immer funktioniert, folgender:

Laden Sie sich die Datei drupal-6.2.tar.gz auf Ihren heimischen PC und entpacken Sie alles in einem temporären Verzeichnis.

Laden Sie die gerade ausgepackten Dateien per FTP-Programm auf Ihren angemieteten Server. Die Dateien müssen im öffentlich zugänglichen Verzeichnis installiert werden. Meistens heißen diese Verzeichnisse htdocs, public_html oder nur html. Sie können, falls schon andere Installationen in diesem Verzeichnis sind, innerhalb des Verzeichnisses ein Unterverzeichnis angeben, in das Sie Ihr Drupal installieren. Viele Webhoster erlauben, dass Sie Ihren angemieteten Domainnamen auf ein Verzeichnis linken. Dieser Name ist wichtig, um Ihre Website über den Browser aufrufen zu können.

Sie müssen herausbekommen, wie Ihre Datenbank heißt. Meistens sind eine oder auch mehrere Datenbanken in Ihrem Webhosting-Paket enthalten. Manchmal stehen Benutzername, Datenbankname und Passwort fest, manchmal müssen Sie diese erst einrichten. Dazu steht Ihnen meistens eine Browser-basierte Konfigurationsoberfläche zur Verfügung.

Nachdem Sie die Daten auf Ihren Server geladen haben und im Besitz der Zugangsdaten zu Ihrer Datenbank sind, kann die Installation, wie in Abschnitt 2.6 Der Drupal-Webinstaller beschrieben, gestartet werden.

Exkurs

Bei Mehrbenutzerbetriebssystemen (Windows, Linux, Mac OSX) werden die Dateirechte für Dateien und Ordner meist mit den Worten Lesen, Schreiben, Lesen/Ausführen, Ändern und Vollzugriff umschrieben. Jedes Betriebssystem verwaltet die Rechte auf eine leicht unterschiedliche Weise.

Unterscheiden kann man bei Windows die Art der Verwaltung vor Windows NT (Windows 98, Windows ME) und nach Windows NT (Window XP, Windows Vista). Nach Windows NT wurden für Dateien, Ordner und Prozesse Access Control Lists (ACLs), Zugangskontrolllisten, eingeführt. Wenn diese ACLs nicht gesetzt sind, erhält jeder Benutzer Vollzugriff auf jedes Objekt. Daher ist auf diesen Betriebssystemen das Arbeiten mit XAMPP Lite und Drupal so »einfach«. In Windows Vista wurde unter anderem die Sicherheit bei der Ausführung von Prozessen erhöht, daher müssen Sie beispielsweise den Betrieb eines Webservers und eines Datenbankservers erst explizit erlauben.

Bei Unix-artigen Systemen (Linux, Mac OS X) werden die Zugriffsrechte über drei Benutzergruppen (Inhaber, Gruppe und Sonstige) und die Rechte (Lesen, Schreiben und Ausführen) eingeteilt. Die Benutzerzuordnungen werden über den Befehl chown geregelt, die Dateirechte über den Befehl chmod. Beide Befehle finden Sie in Ihrem FTP-Programm (meist über einen Rechtsklick auf den Namen der Datei, deren Rechte Sie ändern möchten). Eine ausführliche Erklärung sowie eine Übersicht über die Zusammensetzung der Rechte finden Sie beispielsweise unter http://de.wikipedia.org/wiki/Unix-Dateirechte.

Bei virtuellen Servern bei einem Provider kann es, je nach Konfiguration des Servers, manchmal vorkommen, dass der Webserver mit anderen Rechten und Gruppenzuordnungen als der FTP-Benutzer läuft. Wenn Sie nun eine Datei über Drupal hochladen, wird diese mit den Rechten des Webservers (z.B. mit dem User wwwrun) gespeichert. Wenn Sie mit Ihrem FTP-Benutzer (z.B. drupal) diese Datei dann löschen wollen, kann es u.U. passieren, dass Sie das nicht dürfen, weil Ihr FTP-Benutzer sich in einer anderen Benutzergruppe als der Webserver befindet.

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