8.6 Inhalt und die Zukunft?

Gerade die letzten drei Beispiele haben sicher deutlich gezeigt, wohin die Reise geht. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es Plattformen für „Rohstoffe“ gibt und vermehrt geben wird. Diese Rohstoffplattformen können Texte, Bilder, Videos, Musikdateien, Landkarten oder was auch immer speichern und bieten ihrerseits APIs an, um auf die Daten wieder zugreifen zu können.

Websites, die diese Rohstoffe benutzen und individuell kombinierbar machen, können Sie bereits lauffähig im Web bei iGoogle16 und Netvibes17 erleben.

Bei den von uns verwendeten XML-RPC-Möglichkeiten werden Information noch teilweise redundant gespeichert. Was liegt da näher, als die Inhalte gleich per Eingabeformatfilter oder Abfragesprache im Inhaltstyp direkt einzubinden? Mit dem Flickr-Modul18 können Sie beispielsweise per Eingabeformatfilter sehr einfach Flickr-Bilder in Ihren Inhalt auf der Website einfügen. Solche Eingabeformatfilter existieren für die unterschiedlichsten Zwecke. Aber auch hier benötigen Sie immer noch einen Inhalt.

In Drupal 7 wird es bereits im Kern ein neues Modul namens SPARQL geben19. SPARQL ist eine Abfragesprache für so genannte RDF-Graphen20.

Ein RDF-Graph ist unabhängig von seiner Darstellungsform. Sie können also beispielsweise RDF-Graphen aus Wikipedia (Enzyklopädie) mit RDF-Graphen aus Google Maps (Landkarten) und dem RDF-Graph Ihrer Google Docs-Tabelle kombinieren, in der beispielsweise Namen und Adressen von Seminarteilnehmern oder Kunden stehen. Alles zusammen können Sie dann als Liste und als Kartendarstellung auf Ihrer Website anzeigen. Die RDF-Graphen und die Abfragesprache SPARQL ermöglichen die Basis für die Darstellung von Inhalten auf Ihrer Website. Sie benutzen damit nicht nur Ihre Datenbank, sondern quasi das gesamte Internet als Datenbank und Drupal als individuelle Benutzeroberfläche zur individuellen Kombination gemäß Ihres gewünschten Geschäftszwecks.

Software wie Drupal übernimmt in diesem Szenario die Rolle eines einfach formbaren Klebstoffes für all diese Daten. Die Wahl des „Rohstofflieferanten“, der Hardware, des Betriebssystems und der Benutzeroberfläche ist dabei völlig in der Hand des Anwenders bzw. Serviceanbieters.

Wenn Ihnen das ein wenig abstrakt erscheint, dann blättern Sie mal zurück zu Abschnitt 1.2.2 Das Web wird dynamisch. Mir kommt es so vor, als wenn die Ideen von Sun und ihrem Netzcomputer gerade mit der Idee von Microsoft, dass auf jedem Schreibtisch ein PC stehen wird, auf eine sehr elegante Art und Weise verschmelzen.


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